Zum Inhalt springen

Nachhaltiger Konsum

Auf der Welt leben derzeit ca. 8,36 Milliarden Menschen. Die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen sind begrenzt – wir haben nur diesen einen Planeten. Weltweit verbrauchen die Menschen derzeit so viele Ressourcen, wie 1,7 Planeten bereitstellen könnten, wir leben also deutlich über dem Verfügbaren. Würde die ganze Welt so leben wie wir in Österreich, bräuchten wir sogar vier Planeten.

Doch ein Leben innerhalb der planetaren Grenzen ist möglich, wenn wir unseren Handlungsspielraum nutzen und Veränderung leben. Kreislaufwirtschaft statt Einweg, bewusstes konsumieren statt einfach kaufen was wir scheinbar brauchen, effiziente und langfristige Nutzung der Ressourcen.

Ein Konzept, das beim Leben eines nachhaltigen Konsums unterstützt, ist die Konsumpyramide:

Wir kennen die Auswirkungen unseres derzeitigen Konsumverhaltens, die Bedingungen unter denen Ressourcen gewonnen werden, Konsumgüter hergestellt werden und welche Belastung die weltweiten Transportwege bedeuten und doch ist der nächste Spontankauf so verlockend.

Die Konsumpyramide hilft uns bewusst zu hinterfragen
– Habe ich das oder ähnliches schon? Kann ich etwas verwenden, das ich bereits besitze?- Kann ich Vorhandenes reparieren?
– kann ich es leihen, im Freundeskreis, bei Bekannten oder einem Leihladen in meiner Nähe?
– kann ich es in Form eines Tausches bekommen?
– kann ich es gebraucht kaufen?
– wo kann ich es nachhaltig neu kaufen

Bedürfnisse hinterfragen

Oftmals erfüllen wir mit einem Kauf ein Bedürfnis, das auch ohne Konsum befriedigt werden kann. Dafür möchten wir dich zu folgender Übung einladen:

  1. Erstelle eine Liste mit der Überschrift “Das steigert mein Wohlbefinden”, teile sie in zwei Spalten: konsumorientiert/nicht konsumorientiert. Fasse dabei den Begriff “konsumorientiert” sehr weit, rechne Dienstleistungen und Aktivitäten, die zum Kaufen anregen, mit ein. Hinterfrage jeden notierten Punkt in der Spalte “konsumorientiert” auf das dahinterliegende Bedürfnis, das du dir damit erfüllst und überlege, ob du es auch ohne zu konsumieren erfüllen kannst.
  2. Zukunftsbild: Nimm dir 5-10 Minuten Zeit, mache es dir gemütlich. Atme einige Male tief durch, fokussiere dich auf deine Sinne: was spürst du, was hörst/siehst du, was riechst du? Dann schließe deine Augen und lass in deiner Phantasie deinen kühnsten Traum wahr werden.
    Du hast alles, was du brauchst, du lebst in deinem Traumleben in einer Gesellschaft, die den Wandel erfolgreich gemeistert hat. Wie sieht es in deinem Leben aus? Wo wohnst du, welche Menschen sind bei dir? Welche Dinge hast du um dich? Schau über dein eigenes Zuhause hinaus: wie leben die Menschen zusammen? Wie sieht die Natur um dich aus? Wie werden Konsumgüter produziert und gehandelt? Wie geht es den Menschen auf anderen Teilen der Erde? Wähle drei Bilder aus, die dir besonders gut tun und speichere sie bewusst ab. Atme noch einige Male tief durch und komm dann wieder langsam zurück.
  3. Schritte: Versetze dich noch einmal kurz in dein Zukunftsbild und blicke von dort aus zurück: welche Schritte bist du konkret gegangen, um dorthin zu kommen? Schreib dir drei Schritte auf, die du in den nächsten drei Wochen tun kannst um deinem Zukunftsbild ein Stück näher zu kommen.

Die Stufen der Konsumpyramide

Nutze was du hast

Überlege, welche Lösung du wählen würdest, wenn du das Produkt aus einem x-beliebigen Grund nicht kaufen könntest. Kannst du etwas umfunktionieren? Hast du etwas ähnliches zuhause? Probiere dich an scheinbaren Notlösungen, meistens kommen wir wunderbar lange Zeit damit aus ;).
Am meisten Ressourcen werden gespart, wenn etwas gar nicht erst benötigt wird.

Repariere was du hast

Am besten ist es Dinge so lange wie möglich zu nutzen. Der Großteil der Ressourcen wird bei der Herstellung von Gütern verbraucht.
Hilfe bei der Reparatur bekommst du bei Repair-Cafes in deiner Nähe.
Repair-Cafes der Volkshilfe in Oö
https://www.repaircafe.org/de/besuchen/
Reparieren macht glücklicher als kaufen, warum, das erfährst du in diesem Artikel von Smarticular.

Mach selber

Beim Selbermachen von Benötigtem lassen sich wunderbar bereits vorhandene Ressourcen verwerten. Durch Upcycling zum Beispiel werden Ressourcen aufgewertet und weiterverwendet.

Leihe aus

Leih dir Dinge, die du selten brauchst einfach aus.

z.B. in Linz in der Dingeleih, einem Siedlerverein bei dir in der Nähe, in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis

Tausche

Immer häufiger werden Tauschkreisel organisiert, besonders im Bereich Kleidung und Spielsachen. Informiere dich, ob es auch in deiner Nähe ein Angebot gibt oder organisiere selbst ein Tauschtreffen. Kleidung im Freundeskreis oder Spielsachen im Kindergarten zum Beispiel? Besonders für Kinder sind Tauschkreisel eine schöne Möglichkeit an neue Dinge zu kommen, da sie nicht auf Geld angewiesen sind.

Kaufe gebraucht

Keiner der bisherigen Stufen der Konsumpyramide hat es ermöglicht dein Bedürfnis zu befriedigen? Sieh dich zuerst auf dem Gebrauchtwarenmarkt um, bevor zu neu kaufst. So hältst du Güter länger im Kreislauf und sparst dabei auch noch Geld.

Kaufe neu: regional, fair und ökologisch

Solltest du dich am Ende für ein neues Produkt entscheiden kannst du möglichst viel Gutes bewirken, indem du es nachhaltig und regional kaufst.

  • Der Ethik.guide unterstützt dich mit dem Einkaufsführer bei der Suche regionaler Anbieter:innen

Wirst du in deiner Umgebung nicht fündig, so empfiehlt sich als nachhaltiger online-Store mit vielen Anbieter:innen zum Beispiel

  • Avocadostore oder einer der vielen nachhaltigen Direktvertriebe.