Stefan Kainz von Klimja
Stefan hat für uns im März 2026 einen Input zum Thema nachhaltige Finanzen gemacht.
Hier findet ihr Stefans Impulse zum Nachlesen:
Ganz oft höre ich die Frage: was mache ich mit meinem Geld?
Und ich sage drauf: das ist eine gute und wichtige Frage. Um diese fundiert beantworten zu können, sollten wir davor noch zwei andere Fragen stellen und beantworten.
Die erste Frage ist: Was macht Geld mit mir?
Meine Antwort darauf findest Du im Video anbei.
Die zweite Frage ist: Was macht mein Geld in der Welt.
Die dritte Frage mit der wir uns beschäftigen: Was mache ich mit meinem Geld?

Mein Geld hat immer eine Wirkung
Kennt Ihr den Spruch “Über Geld spricht man nicht”?
Ich finde ihn falsch, denn Geld bestimmt so viel von dem was wir denken, sagen und tun.
Deshalb möchte ich über die Wirkung unserer Geldanlagen sprechen. Denn durch unsere Entscheidungen, wie und wo wir unser Geld anlegen oder investieren, gestalten wir unsere Zukunft.
Welche Geldfragen stellen wir uns?
Wenn wir heute über Geldanlage sprechen, dann meist nur über die finanzielle Rendite: Wie hoch sind die Zinsen? Ist mein Geld sicher? Wie viel Gewinn werde ich damit erzielen?
Wer fragt bei einer Spareinlage schon: Was macht die Bank mit meinem Geld? Wie wirkt dies positiv für andere Menschen? Und wer kennt die negativen Umweltauswirkungen, wie zum Beispiel die Treibhausgas-Emissionen, bei einem Aktienfonds oder ETF?
Die Wirkung unserer Geldanlage
Früher habe ich die ökologische und soziale Wirkung meines Geldes auch nicht hinterfragt. Doch dann hat mich eine Freundin auf die Studie des Finanzunternehmens NORDEA hingewiesen. Diese besagt, dass die Ökologisierung unserer Geldanlage eine der effektivsten Maßnahmen bei der Verringerung unseres CO2-Fußabdrucks ist. Sie kann im Durchschnitt 27-mal effektiver als andere Maßnahmen sein, wie zum Beispiel:
- den Wasserverbrauch beim Duschen zu reduzieren,
- weniger zu fliegen,
- öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und
- weniger Fleisch zu essen.
War Euch das bewusst?
Wenn nein, lade ich Euch ein, mit Familie, Freund*innen und Bekannten darüber zu sprechen.
Wollt Ihr mehr dazu wissen (inkl. Quellenangaben zum Nachforschen)?
Dann schaut gerne auf unsere Website.
https://www.klimja.org/informieren/klimja-investment-akademie/sechs-schritte-eins/
Oder meldet Euch für unseren kostenlosen E-Mail-Kurs „Sechs Schritte zur Guten Geldanlage“ an: https://mailchi.mp/klimj

Die alte und die neue Sicht auf Geldanlage
Früher habe ich selbst nicht darüber nachgedacht, was Geld für mich bedeutet. Ich habe auch nicht darüber nachgedacht, wie ich Geld passend zu ihren Werten und Zielen nutzen kann.
Heute weiß ich: Egal, wie viel Geld wir haben: Wir können entscheiden, wie wir es nutzen und was wir damit erreichen wollen.
Die alte Sicht auf Geldanlage: entweder – oder
Man sieht das oft als Gegensatz: Entweder will ich mit meinem Geld mehr verdienen. Dann investiere ich es normal. Oder ich will etwas Gutes tun. Dann spende ich an eine wohltätige Organisation.
Bei näherer Betrachtung gibt es aber mehr Varianten als nur dieses entweder – oder.
Die neue Sicht auf Geldanlage: sowohl – als auch
Wenn wir unser Geld so anlegen, dass wir nicht nur Gewinn machen, sondern auch der Natur und den Menschen helfen, nennen wir das „Impact Investing“ (siehe Grafik anbei). Das bedeutet Investieren mit sozialer und ökologischer Wirkung.
Wenn wir Geld anlegen und Gutes tun wollen, müssen wir überlegen, wie wir unser Geld nach unseren Werten nutzen können.
Die meisten Menschen handeln manchmal so, zum Beispiel wenn sie spenden.
Spenden sind aber nur ein kleiner Teil des Geldes. Spenden können nicht die schlechten Folgen von vielen Geldanlagen ausgleichen, die Menschen oder die Natur verletzen.
Deshalb müssen wir genau darauf achten, wohin unser Geld geht.
Wie sieht diese Aufteilung bei Euch aus?
Wieviel investiert Ihr mit sozialer & ökologischer Wirkung im Blick?
Wieviel investiert Ihr konventionell (ohne Blick auf die Wirkung)?
Wieviel spendet Ihr?
Wieviel investiert Ihr in Laster?

Wie setze ich regeneratives Wirtschaften um?
Wirtschaften ist für mich die soziale Vereinbarung, wie wir als Menschen unsere Bedürfnisse erfüllen.
Dabei sollten wir folgende Rahmenbedingungen im Auge behalten:
1. Wie wirkt sich mein Wirtschaften auf andere Menschen aus?
2. Wie wirkt sich mein Wirtschaften auf die Natur aus?
Das Spektrum der Möglichkeiten
Hier gibt es ein Spektrum an Möglichkeiten, das ihr auch in der beiligenden Grafik seht:
– konventionell: dabei werden zwar die Gesetze eingehalten (als Minimum), jedoch oft auf Kosten von anderen Menschen oder der Natur gewirtschaftet bzw. Gewinne erzielt
– grün(er): dabei wird der negative Einfluss auf das Ökosystem (und Menschen) gegenüber der konventionellen Art bewusst verringert, ist jedoch noch immer vorhanden. Dies wird auch als „Do Less Harm“-Ansatz bezeichnet
– nachhaltig: dabei gibt es keinen negativen Einfluss auf das Ökosystem (und Menschen) mehr – allerdings auch noch keinen positiven. Die beiden Effekte heben sich auf.
– restaurativ: dabei werden defekte Ökosysteme (oder verlorene Soziale Rahmenbedingungen) wiederhergestellt.
– regenerativ: dabei wird die Verfassung des gesamten Ökosystems (oder der Sozialen Rahmenbedingungen) verbessert.
Der Weg ist das Ziel
Für klimja ist es unser Ziel, uns beim Wirtschaften möglichst weit rechts anzusiedeln.
Manche unserer Entscheidungen sind eher im Bereich „grün(er)“ – zum Beispiel, wenn wir die Finanzierung für eine große Photovoltaik-Anlage vermitteln – diese verbraucht nach wie vor Rohstoffe für die PV-Panele, Wechselrichter, Aufbauten, Batterien etc. Dies allerdings deutlich grüner, wenn damit fossile Energie ersetzt wird.
Andere unserer Entscheidungen sind im Bereich „regenerativ“ – zum Beispiel, dass wir als Sozialunternehmen erstens in unserem Gesellschaftsvertrag als Unternehmeszweck das „Impact First“ Prinzip des gemeinwohl-orientierten Wirtschaftens verankert haben. Und zweitens uns auch verpflichen, die Gewinne dauerhaft im Unternehmen zu belassen, um dem Zweck zu dienen oder gemeinwohlorientiert zu spenden.
So zeigt sich, dass es am Weg zum regenerativeren Wirtschaften kein schwarz-weiß gibt, sondern viele Graustufen. Und dass manche Entscheidungen eher grau sein können und andere eher hell.
Für uns gilt: der Weg (hin zum regenerativen Wirtschaften) ist das Ziel.
Wie geht es Euch am Weg zum regenerativen Wirtschaften?

Mein Weg zum grünen/ethischen Konto
„Warum soll ich eigentlich zu einem grünen Konto wechseln?“ habe ich mich lange genug gefragt, als ich noch ein kostenloses Gehaltskonto bei der easybank hatte. Es war so einfach und so praktisch.
Mein Geld wirkt
Doch dann habe ich die Studie der NORDEA gelesen (siehe mein Post von vor 4 Wochen mit dem Titel „Mein Geld hat immer eine Wirkung“).
Da ist mir eins klar geworden: ich will länger zulassen, dass meine Bank meine Konto- und Spareinlagen dafür verwendet, um ihre Gewinne zu maximieren – und um mit meinen Einlagen Kredite zu vergeben ohne die aus meiner Sicht nötige Rücksicht auf die soziale und ökologische Wirkung.
Grünes Konto oder grüne Bank?
Und dann hatte ich noch die Entscheidung:
1. lieber ein grünes Konto bei einer klassischen Bank?
2. oder doch lieber gleich zu einer grünen Bank wechseln?
Hier ist mir bei näherer Betrachtung und Lesen der Nachhaltigkeitsberichte und Gesprächen mit Bankberat*erinnen klar geworden, dass klassische Banken bei grünen Konten oft nur „taggen“ (d.h. kennzeichnen), ohne ihre Kreditvergabepraxis wirklich zu ändern. D.h. dass für jeden Euro auf einem grünen Konto ein entsprechender, bestehender Kredit als „grün“ gekennzeichnet wird. Dies bedeutet, wenn ich ein grünes Konto wähle (oft mit höheren Gebühren), dann werden die Einlagen aller anderen Kund*innen in gleichem Ausmaß grauer. Die einzigen, die mehr verdienen sind die Banken. Dies dreht sich erst, wenn die Gesamt-Nachfrage nach grünen Einlagen größer ist als der Gesamtbestand an grünen Krediten – doch davon sind die meisten Banken wohl noch weit entfernt.
Deshalb habe ich die Entscheidung getroffen, direkt zu einer grünen Bank zu wechseln. Und weil ich ein neugieriger Mensch bin, habe ich mich für folgende Banken entschieden:
* In Deutschland: Tomorrow Bank – ein rein App-basiertes Angebot mit schicker Kreditkarte aus Holz (!)
* in Österreich: Gemeinwohlkonto beim Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen – weil ich die Kooperation mit der Genossenschaft für Gemeinwohl großartig finde
Der zweite Schritt
Doch das grüne Konto ist nur der erste Schritt.
Wenn ihr lernen wollt, welche anderen grünen Anlageformen auch noch verfügbar sind, dann lade ich Euch zur Teilnahme an unserem kostenlosen E-Mailkurs „Sechs Schritte zur Guten Geldanlage“ ein. Hier geht’s zur Anmeldung (oder auch via QR-Code).
Ich freue mich, wenn Ihr teilnehmt und auch auf Euer Feedback dazu.
Danke – das war’s Liebe Grüße, Stefan
Kristina Haselgrübler vom Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen
Vom Bewusstsein zur Verantwortung – mein Weg ins Green Banking
Jede Veränderung beginnt mit einer Frage: Was bewirkt mein Geld eigentlich?
Auch mein eigener Weg ins Green Banking hat genau dort begonnen. Nicht mit einer fertigen Antwort, sondern mit der Frage, wie kann die Gestaltungsmacht von Geld sinnvoll genutzt werden?
Heute als Bankerin verstehe ich besser, welche Rolle Geld in unserer Gesellschaft spielt und welche Verantwortung wir als Bank tragen. Denn richtig veranlagtes Geld, das für sinnvoll investierte Finanzierungen verwendet wird, ist ein starker Hebel. Es kann Entwicklungen fördern, verändern und möglich machen. Diese Entwicklung zu begleiten, ist mein Weg, Nachhaltigkeit auch wirklich zu leben.
Wie ist euer Zugang zu diesem Thema entstanden? Gab es so einen Moment, wie bei mir, der eure Sicht auf Geld verändert hat?
Grünes Konto – was steckt wirklich dahinter?
Nachhaltige Finanzprodukte sind gefragt. Aber woran erkennen wir, ob ein Konto wirklich „grün“ ist?
Nicht alles, was nachhaltig klingt, ist es auch. Umso wichtiger ist es, genauer hinzusehen.
Diese Fragen können helfen:
• Wohin fließt mein Geld tatsächlich?
• Gibt es klare Kriterien, was finanziert wird – und was nicht?
• Ist nachvollziehbar, welche Projekte unterstützt werden?
• Gibt es transparente Standards oder Richtlinien?
Nachhaltigkeit im Banking bedeutet vor allem eines: Klarheit.
Denn nur wenn wir verstehen, wie unser Geld eingesetzt wird, können wir bewusst entscheiden.
👉 Weißt du, was mit deinem Geld passiert?
Was Geld wirklich bewirken kann
Geld arbeitet. Immer.
Was viele nicht wissen: Einlagen auf Konten bleiben nicht liegen. Sie werden von Banken genutzt, um Kredite zu vergeben – und damit Projekte zu finanzieren.
Das bedeutet:
Jede Entscheidung hat Wirkung.
Ob erneuerbare Energie, leistbarer Wohnraum oder regionale Wirtschaft – Geld kann gezielt eingesetzt werden, um positive Entwicklungen zu unterstützen.
Oder eben nicht.
Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob Geld wirkt.
Sondern: in welche Richtung.
👉 Wenn Geld Wirkung hat – wie möchten wir, dass es wirkt?
Nachhaltige Finanzen: 3 Schritte, die den Unterschied machen
Nachhaltigkeit im Umgang mit Geld muss nicht kompliziert sein. Oft reichen erste, bewusste Schritte.
Drei einfache Ansätze:
Gestalten
Bewusst entscheiden – beim Konto, bei der Veranlagung oder bei Finanzierungen.
Verstehen
Sich einen Überblick verschaffen: Welche Finanzprodukte nutze ich – und wie wirken sie?
Hinterfragen
Passt das noch zu meinen Werten? Gibt es nachhaltigere Alternativen?